Spekulation mit Devisen – Forex Trading
Das Jahr 2008 brachte am Aktienmarkt bisher im Großen und Ganzen eher Ernüchterung, auch wenn sich in letzter Zeit mehr und mehr Tendenzen zur Erholung zeigen.
In Anbetracht der für viele Anleger aber alles andere als zufriedenstellenden Ergebnisse rücken immer mehr Investoren ihren Blick auf alternative Anlage- und Spekulationsmöglichkeiten. Während sich vorsichtige Naturen den zahlreichen attraktiven Angeboten im Fest- und vor allem Tagesgeldbereich zuwenden, tendieren risikofreudigere Investoren mehr und mehr zur Spekulation mit Devisen, im Englischen als Forex Trading bezeichnet.
Das Prinzip des Ganzen ist recht einfach und auch für Anfänger relativ leicht nachvollziehbar: Wer am Forex ein Geschäft abschließt, der kauft eine Währung für eine andere, in der Hoffnung nach einer bestimmten Zeitspanne mit Gewinn wieder zu verkaufen.
Gehandelt wird dabei immer in Form sog. Währungspaare. Wer also beispielsweise Euro und US-Dollar als Währungspaar gewählt hat und für Euro Dollar gekauft hat, der hofft darauf, dass der Dollar-Kurs steigt und mit Gewinn wieder verkauft werden kann.
Der Forex Handel hat kein physisches Zentrum, er stellt vielmehr die Gesamtheit der Interbankenbeziehung dar. Rund um Die Uhr werden Devisen gekauft und verkauft und auch wenn den überwiegenden Teil dieser Geschäfte die Geschäftsbanken unter sich ausmachen, ist der Forex mittlerweile auch privaten Investoren zugänglich. Die immer zahlreicher werdenden Forexbroker stellen hierfür den Zugang in Form einer Online-Handelsplattform zur Verfügung und machen aus dem einstigen Interbankenmarkt einen frei zugänglichen Handelsplatz. Dieser Handelsplatz zeichnet sich durch geringe Margen zwischen Kauf- und Verkaufskursen ( „Spreads“) aus sowie im Vergleich zur Wertpapierbörse geringe Transaktionskosten aus.
Ein großer Teil der im privaten Bereich getätigten Trades ist der kurzfristigen Spekulation zuzurechnen, es gibt aber durchaus langfristig angelegte Strategien, welche dann meist von einer eingehenden Fundamentalanalyse bezüglich der hinter den entsprechenden Währungen stehenden Volkswirtschaften begleitet sind.
Für kurzfristige Transaktionen werden die verschiedenen Instrumente der Technischen Analyse eingesetzt, wobei in diesem Zusammenhang anzumerken ist, dass jeder Analyst andere Instrumente bevorzugt und es nicht selten vorkommt, dass zwei Analysten aus ein und demselben Chart komplett unterschiedliche Prognosen ableiten.
Abschließend sei auf eine Besonderheit beim Forex-Trading hingewiesen, den sog. Leverage-Effekt. Dieser Effekt ist dafür verantwortlich, dass der Investor um ein Vielfaches seines Kapitals spekulieren kann. Besteht beispielsweise ein Leverage von 1:50 und auf dem Konto befinden sich 100 Euro („margin“ – eine Sicherheitsleistung für potentielle Verluste), so erhält der Handelnde „Kredit“ von 5.000 Euro. Dementsprechend multipliziert sich aber natürlich nicht nur der Gewinn, sondern auch der eventuelle Verlust.
Oliver Sinz, info (at) forex-trading-online.de