Herkunft und Bedeutung des Wortes Schnäppchen

Wer kennt das unglaublich zufrieden stellende Gefühl nicht, mit der Gewissheit ein wahres Schnäppchen ergattert zu haben, den erfolgreichen Shopping-Tag zu beenden?

Aber handelt es sich auch immer um ein Schnäppchen, nur weil der Verkäufer es als Schnäppchen ausgepriesen hat? Als Schnäppchen würde jedermann ein Produkt bezeichnen, dessen Preis so niedrig war, dass ihn der Verkäufer nicht dauerhaft für alle Kunden halten könnte, ohne in wirtschaftliche Schwierigkeiten zu geraten. Wenn man der Herkunft des Wortes Schnäppchen nachgeht, würde dies ja bedeuten, man hätte das Produkt “weggeschnappt” bevor jemand anderes, insbesondere der Verkäufer, merken konnte, dass es fälschlicherweise als viel zu billig ausgezeichnet wurde. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, gäbe es wahrscheinlich einige Geschäfte, vor allem große Kaufhäuser, schon lange nicht mehr, weil sie schlicht und einfach in Konkurs gegangen wären.

Man kommt also zu dem Entschluss, dass dieses zufrieden stellende Gefühl, das in vielen Menschen, vor allem bei den weiblichen Shopping-Victims, sogar bis zur Ausschüttung von Glückshormonen gereichen kann, nur eine Illusion ist. Seifenblase zerplatzt. Ähnlich wie bei dem Film Matrix, in dem die Menschheit plötzlich feststellen muss, dass alles bloß eine riesengroße psychologische Inszenierung war. In der Tat, obwohl man es oft nicht wahrhaben will, sind sämtliche Anpreisungen, Werbungen und “Schnäppchen-Aktionen” so inszeniert, dass unser Unterbewusstsein darauf anspricht und uns das Gefühl gibt, ein Schnäppchen zu kaufen, obwohl es in Wirklichkeit gar keines ist. Wie kann man sich also diesem Kaufrausch entziehen, ohne am Schluss genau das Gegenteil eines Schnäppchens zu erreichen: den eigenen Bankrott.

Psychologen raten, an dem Schnäppchen vorbeizugehen und erst wieder nach einiger Zeit – diesmal mit geschultem Sinn und unterdrücktem Jagdinstinkt – die Anpreisung des Produktes auf sich wirken zu lassen, um schließlich zu entscheiden, ob es sich bei dem Gegenstand der Wahl wirklich um ein Schnäppchen handelt. Sollte sich dabei tatsächlich eine positive Entscheidung herausstellen, kann man seinen Glücksgefühlen freien Lauf lassen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

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