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Wie viel ist die Rente einmal wert?

Jahr für Jahr erhalten die Bürgerinnen und Bürger die Renteninformation vom Staat zugeschickt. Dabei handelt es sich um eine Kurzauskunft des gesetzlichen Rentenversicherungsträgers über die gespeicherten Daten sowie über die Höhe der im Ruhestand zu erwartenden gesetzlichen Rente. Wenn dort steht, dass der Betreffende etwa 1.000 Euro an Rente bekommen wird, wenn er weiterhin in etwa soviel verdient wie bisher, dann ist diese Auskunft jedoch trügerisch. Denn viele Menschen vergessen, dass auf diesen Betrag noch Steuern bezahlt werden müssen und die Krankenkassenbeiträge bei gesetzlich Versicherten abgezogen werden, bevor die Rente zur Auszahlung kommt. Mitglieder der privaten Krankenversicherung bekommen zwar mehr Rente, müssen im Endeffekt die Versicherungsprämien aus der eigenen Tasche bezahlen, was am Ende auf dasselbe hinausläuft: weniger Geld für die täglichen Ausgaben.

Darüber hinaus wird oftmals ganz vergessen, dass bis zur Rente noch einige Jahre vergehen werden und in dieser Zeit die Preise kräftig steigen werden. Inflation nennt man dieses Phänomen und Experten gehen davon aus, dass die Inflationsraten in Zukunft deutlich höher liegen werden als zurzeit. Studien haben ergeben, dass die langfristigen Preissteigerungen etwa 2 Prozent pro Jahr betragen. Allerdings verändern sich nicht alle Preise gleichmäßig. Gesundheit wird beispielsweise sehr viel schneller teurer. Mieten oder Computerpreise bleiben dagegen länger auf ein und demselben Niveau.

Behält man diese Preissteigerungen im Hinterkopf, wird schnell klar, dass die angegebene Rente in der Renteninformation später einmal viel weniger wert sein wird. Aus heute prognostizierten 1.000 Euro für einen 30-jährigen werden beispielsweise bei 2-prozentiger Inflationsrate zum Rentenbeginn mit 67 Jahren lediglich 480 Euro übrig bleiben. Darauf weist der gesetzliche Rentenversicherungsträger zwar hin, einen genauen Wert nennt er jedoch nicht. Als Anhaltspunkt kann lediglich die im Brief genannte erwartete Rente dienen. Dieser Wert spiegelt die Rente ohne Berücksichtigung von Rentenerhöhungen, die in den nächsten Jahren anfallen, wieder. Die Überlegung hierbei ist, dass zukünftige Rentenerhöhungen meist zwischen 0,5 und 1,5 Prozentpunkten liegen und die Inflation fast ausgleichen könnten.

Vorsorgeexperten raten jedoch dazu, lieber 10 bis 20 Prozent von der errechneten Größe abzuziehen, um auf der sicheren Seite zu sein, was Inflation, Krankenversicherung oder Steuern betrifft. Jede Lebensversicherung oder private Rentenversicherung versendet in der Regel einmal jährlich einen Infobrief mit der Ablaufleistung und der zu erwartenden monatlichen Rente. Auch hier müssen Steuern und Inflation bei der Beurteilung berücksichtigt werden. Die Schlussfolgerung des ganzen Sachverhaltes ist relativ einfach und schnell gezogen. Sie lautet: möglichst frühzeitig mit der Altersvorsorge beginnen und möglichst viel sparen. Selbst wer nur ein paar Jahre später anfängt etwas für die Rente zurückzulegen, wird das im Alter deutlich spüren, denn bis zum Rentenbeginn vergeht normalerweise noch viel Zeit – Zeit in denen es viele Zinsen zu erwirtschaften oder zu verschenken gibt.

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