Bergsteigen im Chiemgau
Die Chiemgauer Alpen sind eine Gebirgsgruppe in den Nördlichen Kalkalpen (Ostalpen) – Flächenanteile haben insofern Deutschland (Freistaat Bayern) und Österreich (Bundesländer Tirol bzw. Salzburg). Das Gebirge ist Bestandteil der übergeordneten Region Chiemgau, die sich bis zum Chiemsee in das Alpenvorland erstreckt. Die Chiemgauer Alpen eignen sich aufgrund ihrer relativ sanft strukturierten Gipfelformen optimal zum Wandern und Bergsteigen. Viele Gipfel sind optimal erschlossen – nahezu alle bekannten Wegführungen, Berg- und Klettersteige wurden sorgfältig markiert, es gibt zahlreiche Unterkunftshäuser bzw. Alpenvereinshütten und diverse Bergbahnen erleichtern die konditionellen Anforderungen im oberen Höhenbereich des Gebirges. Insbesondere die südöstliche Zone der Chiemgauer Alpen besteht überwiegend aus Hauptdolomit (schuttreich). In den großen Zwischenschichten sind oft mergelige Gesteinsarten abgelagert. Diese leicht verwitternden Strukturen bilden mit ihren relativ sanft geneigten Wiesenhängen die Grundlage für zahlreiche Alm- und Weidezonen in der Gebirgsregion.
Bemerkenswerte Gipfelziele in der Region sind u.a. die Kampenwand, der Geigelstein, die Hochplatte, der Hochstaufen, das Fellhorn, die Steinplatte, der Hochgern oder die Rudersburg. Höchster Gipfelpunkt in den Chiemgauer Alpen ist das Sonntagshorn mit einer Höhe von 1961 m. Der Berg befindet sich zwischen Ruhpolding (im Norden) und Unken (im Süden). Weitere bekannte Talorte zum Wandern und Bergsteigen in den Chiemgauer Alpen sind u.a. Bad Reichenhall, Inzell, Lofer, Piding, Reit im Winkl, Schneizlreuth, Waidring und die Gemeinden am Inntal. Mit der Via Alpina, einem grenzüberschreitenden Weitwanderweg (mit fünf Teilwegen durch die ganzen Alpen), verläuft einer der bekanntesten Fernwanderwege durch die Gebirgsgruppe. Die Etappe A45 leitet von Unken im Saalachtal nach Ruhpolding und die Durchquerung der Region endet schliesslich mit der Etappe A50, die vom Spitzsteinhaus nach Oberaudorf im Inntal verläuft.
Wer auf einen hochgelegenen Stützpunkt mit entsprechender Versorgung und / oder Übernachtung angewiesen ist, findet an vielen Wegführungen Alpenvereinshütten und auch einige Privatobjekte. Es ist zu beachten, dass sich die Einrichtungen im Allgemeinen nicht als klassisches Hotel verstehen – es handelt sich vielmehr um alpentypische Einrichtungen, die Mahlzeiten, Getränke und (in der Regel einfache) Betten- bzw. Matratzenlager bieten.