Die Geschichte La Palmas – eine europäische Geschichte
Wer sich auf die Insel La Palma begibt, sucht sicher in erster Linie nach Ruhe. Gegenüber vielen anderen Urlaubszielen liegen Teile der Kanarischen Inseln immer noch vollkommen ruhig und entspannt inmitten der Wassermassen des Atlantischen Ozeans. Allerdings sind die Inseln mittlerweile wieder aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht, welcher sie über viele Jahrzehnte gefangen gehalten hat. Mittlerweile entdecken mehr und mehr Individualtouristen die Abgeschiedenheit La Palmas für sich, um endlich einmal in aller Ruhe von den Anstrengungen des Alltags loszulassen und sich auf das Wesentliche in ihrem Leben zu konzentrieren.
Hat man La Palma aber erst einmal betreten, bleiben die wenigsten Besucher vom Charme der Insel unberührt. Die Ruhe und Abgeschiedenheit hatte aber nicht über die gesamte Geschichte der Inselbesiedelung Bestand. Es gab Zeiten, in denen La Palma bzw. die Kanarischen Inseln für viele Seefahrer einer der letzten Außenposten Europas war und damit das Tor zum Ende der Welt bedeutete. Nicht umsonst sollte die Insel zu einem Stützpunkt der Spanier auf ihrem langen Weg nach Amerika werden. Allerdings sollte das Erscheinen der Europäer für die einheimische Bevölkerung mit einer Katastrophe enden. Wie sollte es auch anders sein, hinterließen Spanier, Portugiesen wie auch Franzosen oder Engländer während ihrer Eroberungszüge rund um den Globus eine Schneise der Gewalt.
Nach der Einnahme in den 1490er Jahren sollte ein großer Teil der Ureinwohner, deren Wurzeln im Neolithikum Nordafrikas lagen, in der spanischen Sklaverei enden. Mit dem Einfallen der Konquistadoren erlebte auch die Kultur der Guanchen ihren Niedergang und sollte, fast gänzlich ohne Zeugnisse zu hinterlassen, im Dunkel der Zeit verschwinden. In den folgenden Jahrhunderten war La Palma durch den Einfluss des Seehandels mit Amerika, Piraten und dem Charakter eines Seestützpunktes geprägt. Obwohl die Oberschicht der Insel hiermit reich werden sollte – die Landbevölkerung blieb immer eines der „Armenhäuser Europas”, woran sich für lange Zeit nichts ändern sollte.