Marmor in der Antike
Bereits zu antiker Zeit wurde Naturstein und besonders der Marmor in Europa gerne von der jeweiligen Oberschicht als Baumaterial und zur Dekoration eingesetzt, um Eleganz und Status zu unterstreichen. Die auf unserem Kontinent bekanntesten historischen Regionen für den Abbau von Marmor sind die Naturstein-Gebiete in West-Italien und in Süd-Griechenland. Aber auch der Marmor aus Spanien und Marmor aus der Türkei werden seit Jahrtausenden für den Bau prächtiger Häuser und Schlossanlagen angewendet.
Der Abbau von Marmor ist in diesen Ländern noch heute eine wichtige Industrie geblieben, die Naturstein abbaut und veredelt. Der Marmor wird heute sowohl für den heimischen Markt produziert, als auch für den Export in andere Länder der Europäischen Union und weltweit. Dabei ist der Marmor aus Griechenland und Italien weiterhin der bekannteste der europäischen Marmore. Dies nicht nur wegen seines eleganten Aussehens und seiner über jahrhunderte hohen Qualität. Marmor aus Italien ist auch bekannt aufgrund seiner historischen Vorlagen, denn jeder kennt wohl die Statuen aus Marmor, die aus griechischem und italienischem Naturstein gefertigt bereits vor über zweitausend Jahren die Menschen begeisterten und noch heute in guter Qualität erhalten geblieben sind.
Besonders das elegane und edle Aussehen und die Vorteile eines leicht zu bearbeitenden und stabielen Baumaterials für die Oberflächen-Dekoration und den Bau von Treppen und Böden machten Marmor schnell zu einem gern und oft eingesetzten Baustoff in vielen Teilen der antiken Welt. So wurde der Abbau von Marmor in vielen Regionen der damaligen europäischen Welt vorangetrieben und auch noch heute werden zahlreiche der damals bereits eröffneten Steinbrüche weiter genuntzt, um Marmor zu fördern. Besonderns in der Gegend um Carrara und Masa an der Westküste Italiens werden noch heute die damals bereits abgebauten Natursteine gefördert.
Wegen seine Vorteile als Baumaterial, breitete sich der Marmor schnell in der Antiken Welt aus und wurde auch in den Gebieten abgebaut und eingesetzt, die von den Soldaten des römischen Reiches besetzt wurden. Die Förderung und die Veredlung von Marmor erlebte so auch in den gallischen Gebieten des heutigen Frankreiche und auch in Spanien eine erste Boomphase und Marmor wurde auch hier von den regionialen Statthaltern zur Veredlung ihrer Residenzen und zur Gestaltung dekorativer Elemente eingesetzt.
Erst mit dem Niedergang des römischen Imperiums endete auch die erste Hoch-Zeit des Marmors in Europa. Weniger künstlerisch veranlagter Völker aus dem Norden und Nordosten Europas wanderten in Richtung Westen und Süden und besetzten in den folgenden Jahrhunderten auch die Regionen des Marmor-Abbaus und der Veredlung von Marmor. Die Techniken der Marmorverarbeitung gerieten in Vergessenheit und wurden nur noch regional gepflegt. Nun wurde es wichtiger, solchen Natursteine zu bearbeiten, der sich wegen seiner Härte für Verteidigungsanlagen und Festungen eignete, denn es wurden besonders solche Baumaterialien gesucht, die Burgen stabiler und sicherer machen konnten.
Erst mit dem Ende des Mittelalters und dem Aufkommen größerer Herrscherhäuser, die das Land wieder sicherer machen konnten, begann auch eine neue ausgeprägte Hofkultur, und in den Adelshäusern des alten Kontinents entdeckte man damit auch den Marmor als elegantes Dekorationsmaterial und Statussymbol wieder. Besonders der Marmor aus Italien und Griechenland erreichte schnell seinen Status wieder, den er rund eintausend Jahre zuvor verloren hatte.